Klettern und Bouldern in München

„Es ist 20:33 Uhr, die Menge tobt. Endlich, die deutschen Besten kommen auf die Matte. Ihr jeweils letzter Boulder. Der alles entscheidende Moment rückt näher. Können sie es schaffen? Und wenn ja, werden sie es schaffen? Alle beide, oder nur einer?

…. ‚Sie‘ heißen Jule Wurm und Jan Hojer. Sie stammen aus Norddeutschland. Aufgewachsen ohne Berge. Jule in Dortmund, Jan in Köln. Und doch, inzwischen zählen die beiden zu den Besten. Den Besten was? Zu den aller besten Boulderern der internationalen Kletterszene! Und jetzt sind wir hier. In München. Es ist der 23. August 2014. Boulderreiche Tage gehen zu Ende. Beziehungsweise finden in diesem Moment ihren Höhepunkt. Das Ende des Finales der ersten Boulderweltmeisterschaft im Münchner Olympiastadion ist erreicht. Mit dabei, sie ahnen es, unter zwölf Athleten zwei Deutsche – Jule und Jan.

… Jetzt heißt es nochmal alles geben! Die 23- jährige Jule und der 22-jährige Jan haben sich bis ganz nach oben gekämpfte. Ob Jule vor 10 Jahren wohl gedacht hat, dass sie dem Weltmeistertitel einmal so nahekommen wird? Zum Greifen nahe, wie man so schön sagt. Oder Jan? Nein, wahrscheinlich nicht. Und doch, jetzt sind wir hier. Jetzt gilt es für beide: Alles oder Nichts?! Die Menge hält die Luft an. Jule und Jan steigen in ihren letzten, allesentscheidenden Boulder ein. Für beide der letzte Boulder dieses Abends. Nein, der letzte Boulder dieser Weltmeisterschaft. Die Entscheidung: Weltmeister(in) oder Nicht-Weltmeister(in). Der Druck ist enorm. Jule fällt raus. Ihr erster Zug, ein Anlauf-Sprung Problem. Knifflig. Akiyo Noguchi vor ihr schaffte ihn nicht.  Aber Jule ist nicht Akiyo. Also, zweiter Versuch. Wieder nicht. Aber es war knapp. Okay. Ruhe bewahren. Ein Blick auf die Uhr. Noch 2 Minuten. Es ist noch Zeit. Jule steigt ein. Dritter Versuch. Schwungholen, Anlauf, Absprung, und – ja, da ist er. Jule hält die Griffe, der Sprung ist geschafft. Jetzt nur nichts verhuddeln. Sauber bleiben. Konzentration. Rechte Hand weiter. Linke Hand zieht nach. Verlängern mit links. Matchen. „Ja!“, der vorletzte Griff ist erreicht. Gut. Nochmal mit der linken Hand den vorherigen Griff als Untergriff greifen. Schwungholen, Anziehen und weiterziehen. Uuund da ist es!! Das Top ist erreicht. Jule hängt am Griff. Sie ist WELTMEISTERIN!!! Unfassbar.

Jule sitzt auf der Matte. Ein Strahlen auf dem Gesicht. Ja wirklich, sie ist Weltmeisterin. Nicht zu glauben. Die erste Weltmeisterin in diesem noch neuen Sport – dem Bouldern. Und ausgerechnet eine Deutsche. Eine Deutsche aus dem nordischen Flachland. Unglaublich. Ein nicht enden wollender, brandender Applaus schallt ihr entgegen. Die Menge tobt. Auch Jan Hojer gratuliert ihr. Er freut sich mit Jule. Auch er hat alles gegeben. Doch der (Männer-)Boulder war einfach zu hart. Jan freut sich über Bronze. Für beide, Jule und Jan, ein unglaublicher Tag in ihrer Karriere.

Und für alle anderen, was ein Abend. Unglaublich und unvergesslich. Für Jule, für Jan. Für das Publikum. Für die ganze Kletterszene – ob national oder international. Es spielt keine Rolle mehr. Ein großer Schritt ist getan. Ein Meilenstein erreicht, und der nächste bereits in Sicht: 2020 Tokio – Klettern wird olympisch. Doch an diesem Abend scheint das noch weit weg. Jetzt wird erstmal gefeiert!“

Klettern und Bouldern in München

Wenn schon München Austragungsort der ersten Kletter-WM 2014 war, muss es doch auch was zu bieten haben, oder? Klettertechnisch meine ich. Klar, nicht umsonst stammen und/oder wohnen viele Klettertalente wie Monika Retschy (7. WM-Platz 2014), Romy Fuchs, Leonie und Flo Lochner, Chris Hanke, „TomTom“ Lindinger und, und, und, aus und in München. Wer leset, der findet – los geht’s! 😉

DAV Kletterhallen

Die Münchner Kletter- und Boulderlandschaft lässt sich in zwei Kategorien unterteilen – Alpenvereinshallen und Alternativhallen. München als Sitz der größten DAV Sektionen München-Oberland besitzt daher auch drei (!) Vereinshallen. Darunter das größte Kletter- und Boulderzentrum der Welt.

DAV Kletter- und Boulderzentrum München Süd

In Thalkirchen, im Herzen der Stadt findet sich nicht nur Münchens Tierpark, nein, auch die weltgrößte Kletteranlage mit 7.800 qm Kletter- und Boulderfläche. Egal ob Boulderer oder Kletterer, ob Amateur oder Profi, Genießer oder Trainingssau – im KBZ Thalkirchen kommen alle auf ihre Kosten. Die „alten“ Hasen und superstarken Boulderviecher toben sich an der 45-Grad Wand im oberen Boulderraum aus – Achtung: Wer nicht gerade selber der totale Boulderfreak ist, könnte bei manch einem Wut- oder Freudeschrei der 45er Gang schnell mal das Weite suchen!

Sollte das nun den Eindruck erweckt haben, nur die superstarken Leute der 45er kämen dort auf ihre Kosten, so möchte ich dies schnell revidieren. Auch alle die gerne eigene Boulder kreieren – die kreativen Köpfe unter uns – finden an buntbestückten Wänden viel Freiraum zum Definieren eigener Boulderkreationen.

Wer mit Klettern das Fitnessstudio kompensieren will, der findet im oberen Boulderraum neben der 45er, der Traversenwand und Ähnlichem, auch einen großen Trainingsbereich mit Campusboard, Steckbrett, Schlingentrainer und Co!

Wer mehr so der Genießerboulderer ist, dem mag der untere Boulderraum wohl mehr zusagen.  Ganz nach dem Motto: „Klein aber fein“, finden sich dort vorgegeben Boulderrouten in verschiedenen Farben und verschiedenen Schwierigkeitsstufen nach einem beschildertem Zahlensystem: die 100er Boulder sind am leichtesten, dann kommen die 200er usw. bis zu den kniffligen 500er Bouldern für die ganz Krassen – „wer ko der ko, ned?“!

Ein ganz besonderes Zuckerli für alle die Bouldern lieben, sind die je sechswöchig ausgetragenen Boulder, Beats & Burger Sessions.  Mit Laufkarte, Stift und gewaltiger Motivation ausgerüstet, begleitet von den besten Beats, tritt Jung und Alt in den Kampf um den neuen Herausforderungen mutig zu begegnen und mit Spaß und Ausdauer ausgefallene Boulderschmankerl aller Schwierigkeiten zu bewältigen – „Mit a wegn Glück“ wie der Münchner sagt, „gwinnst bei der Verlosung no an kloaner Preis von Millet oder Petzl!“ Als Belohnung gibt’s im Anschluss leckere Burger im Bella Vista, dem Hallenbistro – runtergspült mit am Schluckal Bier!

Doch was ist mit unseren Seilkletterfreunden? Ham de nix zum Lacha? – Keine Angst, aufgeteilt in zwei Indoorhallen und einen großen Outdoorbereich zaubert das Routenbauteam die erlesensten Touren in die bis zu 18-Meter-hohen Wände. Von Plattenbalanziererei, über Überhangballern bis zu Verschneidungsstemmerei – bei rund 550 Routen ist für jeden was dabei. Wer noch ganz am Anfang steht, dem stehen 11 Routen zum Topropeklettern zur Verfügung.

Und für die Profis? – die können sich an Routen bis zu 10+ und maximaler Länge von 25 Metern die Zähne ausbeißen.

So hab‘ ich wen vergessen? Ich denk nicht… Ah wobei, da bleiben ja noch unsere ganz kleinen Gäste – die Nachwuchstalente, wie man so sagt. Um nicht immer mit Mama und Papa zu den viel zu schweren Routen mitgehen zu müssen, gibt es das Kinderparadies.  Piratenschiff, Ritterburg – ausgestattet mit vielen bunten Griffen bietet es den Kids viel Platz zum Austoben und Ausprobieren!

Zudem gibt es im Außenbereich noch einen kleinen Spielplatz mit Schaukel, Trampolin und Slacklines – für kleine und große Kinder und für alle, die es wieder sein möchten…

Last but not least an alle Genießer – ganz nach dem Motto „erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“ – lässt es sich – nach (oder vor) der sportlichen Betätigung – im Bistrobereich bei einem kühlen Bier und einer knusprigen Steinofenpizza oder auch mit Kaffee und Kuchen – ganz gut ausspannen. Von Pizzen, über Tagesgerichte bis hin zu Kuchen – alles hausgemacht, versteht sich!

P.S. Im Sommer hat man von der sonnigen Dachterrasse einen top Blick auf die Kletterer – wenn man also selbst mal lieber zuschauen möchte, ab nach oben!

Insider-Wissen: Thalkirchen erweitert! Im Plan ist der Bau einer zweistöckigen Boulderhalle – wohl eher vergleichbar mit der Boulderwelt München-West als mit Freimann, so munkelt man. Damit wäre der Status als größte Boulder- und Kletterhalle der Welt erstmal gefestigt und auch zukünftig  ohne Konkurrenz – das muss erstmal einer nachmachen! (Alle Angaben ohne Gewähr – noch steht ja noch nichts 😉)

Für’s Klettern hat Thalkirchen sicher gut was zu bieten, doch wer mehr so der Boulderer ist (und nicht unbedingt an der 45er Bouldereien im starken Überhang trainieren favorisiert), dem mag Thalkirchen’s Schwesterhalle München Freimann vielleicht besser taugen.

FÄCTS

DAV Kletter- und Boulderzentrum München-Süd

Thalkirchner Straße 207
81371 München

http://www.kbthalkirchen.de/

6540 qm (Indoor 3750 qm + Outdoor 2790 qm) bis 18 Meter Wandhöhe

1190 qm (Indoor 740 qm + Outdoor 450 qm)

Trainingsbereich, Kinderparadies, Slackline, Trampolin, Spielplatz, Restaurant “Bella Vista”, Ausrüstungsverleih, Indoor- und Outdoorbereich, DAV Kletterkursangebote, Events (BBB-Sessions etc.)

DAV Kletter- und Boulderzentrum München Nord

Die im April 2015 fertiggestellte, neue Kletterhalle des DAV Verbunds, war bereits knapp ein halbes Jahr nach seiner Eröffnung Austragungsort des Auftakts der deutschen Leadsaison. Am 19.09.2015 fanden sich Deutschlands beste Leadkletterer von der Jugend bis zu den Erwachsenen zusammen und kletterten um den Sieg. Unter ihnen Größen wie Jan Hojer, die Firnenburg Brothers und Martin Tekles, sowie bei den Mädels Johanna Holfeld, Denise Plück, Clara Klostermeier, Romy Fuchs u.v.m.

Das bis dato nagelneue Boulder- und Kletterzentrum eignet sich aufgrund seiner großen, teils sehr überhängenden Außenwand besonders gut für derartige Veranstaltungen.

Aaaber STOP! …nochmal von vorne. Was das KBZ Freimann so zu bieten hat:

Mit knapp 4.000 qm Kletter- und Boulderfläche handelt es sich noch immer um eine sehr beeindruckende Anlage, die ihrer Schwester im Münchner Süden um Weniges nachsteht – im Gegenteil, mit seiner einmaligen Boulderarea werden alle anderen DAV Verbundsschwesterhallen stark übertrumpft!

Also, hier ist er, der erste Pluspunkt – Freimanns Boulderhalle. In einem von den Kletterwänden abgetrennten Indoorbereich wurde ein toller und vor allem großräumiger (!) Boulderbereich errichtet. Mit Bouldern aller erdenklichen Farben, von Fb 2 bis 8b farblich abgestuft– im Vergleich zu Thalkirchen nicht nach Zahlen – verfügt Freimann über 1.000 qm Boulderfläche mit Wandhöhen von bis zu 4,50 Metern. Das wirklich Tolle daran, ist die Geräumigkeit der Anlage, v.a. im Vergleich zum Gedränge und Platzmangel in Thalkirchens Boulderräumen.

Hier in Freimann gibt es eine Vielfalt an Boulderwänden und Bouldern – von leicht bis stark überhängend, von Verschneidungen und Kanten, bis zu senkrechten und geneigten Wänden ist alles geboten. Der Stil der Boulder unterscheidet sich stark. So sind bspw. speziell für Leistungsboulderer die im Wettkampfstil geschraubten Routen eine reizvolle Sache – egal ob Anlaufstarts, Sprünge oder Voluminabouldereien.

Was Freimann im Vergleich zu Thalkirchen oder anderen Kletterhallen Münchens noch besonders hervorstechen lässt, ist die – einmalig dort zu findende – Speedwand. Wer also aus Jux das Speedklettern mal erproben mag, oder Speedklettern als seine Wettkampfdisziplin auserkoren hat – der kann sich dort austoben und trainieren.

So abgesehen von den oben genannten Punkten, unterscheidet sich Freimann nicht sonderlich stark von Thalkirchen.

Es gibt wieder ein tolles Kinderparadies für die Kleinen. Auf 80 qm finden die Kids Rutschen, kindergerechte Kletterwände und haben ihren eigenen Bereich zum Toben, Verstecken und natürlich auch zum Klettern! Außerdem gibt es seit Kurzem einen tollen, kleinen Outdoorspielplatz für den Nachwuchs.

Für die Erwachsenen gibt es draußen und drinnen gesamt bis zu 3.000 qm Kletterbereich mit insgesamt ca. 320 Routen von 2 – 10+ auf einer Wandhöhe bis zu 15 Metern.

Zudem findet sich im Eingangsbereich das Hallenbistro „Bella Vista“ mit hausgemachten Burgern, leckeren Salaten, Sandwiches, Kuchen und kalten als auch warmen Getränken.

UND – ihr ahnt es vielleicht schon – in Freimann gibt es anstatt der BBB-Session eine Boulder, Beats und Pizza Session mit top Bouldern, Laufkarten, Verlosung und Allem drum und dran!!

FÄCTS

DAV Kletter- und Boulderzentrum München-Nord

Werner-Heisenberg-Allee 5
80939 München

http://kbfreimann.de/

3000 qm (Indoor 1900 qm + Outdoor 1100 qm) bis 15 Meter Wandhöhe

Trainingsbereich, Speedwand, Kinderparadies (80 qm), Slackline, Trampolin, Abenteuerspielplatz, Restaurant “Bella Vista”, Ausrüstungsverleih, Indoor- und Outdoorklettern, DAV Kletterkursangebote, Events (BBP-Sessions, Oberlandcup etc.)

Zu guter Letzt

… bleibt nur noch das Kletter- und Boulderzentrum Gilching. Da für mich jedoch Freimann und Thalkirchen meine unangefochtenen Favoriten auf der DAV Kletterhallenliste sind, weise ich auf die Gilchinger Halle, die ein wenig kleiner ist als ihre beiden Geschwisterhallen, nur der Vollständigkeitshalber hin.

P.S. zum Schluss: Wer regelmäßig in die eben erwähnten DAV Kletterhallen geht, für den lohnt sich der Kauf einer Jahresmarke. Mit der Jahresmarke hat man den Vorteil am Verbundklettern teilzunehmen, dass heißt man zahlt in allen vier (!) Hallen – die vierte ist das Kletter- und Boulderzentrum Bad Tölz, etwas außerhalb vom Münchner Raum – weniger Eintritt zum Klettern und Bouldern.

Boulderwelt – „Ohne Furcht und Tadel“

Wer hat schon noch nicht von ihr gehört?! Der Boulderwelt – das heißt größte BOULDERhalle der WELT.

Zur Erklärung für all jene, die wider Erwarten noch nichts von ihr gehört haben: Die Boulderwelt ist ein aufstrebendes Unternehmen (und bereits eine kleine Marke) mit insgesamt vier Standorten: Regensburg, Frankfurt am Main und … ZWEIMAL in München! Gegründet wurde das Ganze von (ehem.) Wettkampfkletterer Markus Grünebach und Profi-Routenschrauber Dave Cato – „Pioniere des Boulderns“, wie es so schön heißt. Mit der ersten Boulderwelt in München Ost wurden neue Maßstäbe im Bouldersport gesetzt. Die Boulderwelten gaben dem Bouldern einen eigenen Wert, grenzten das Bouldern als eigene Sportart vom Seilklettern ab. Bouldern ist nun nicht mehr nur zur Simulation schwerer Züge und zum Training für schwere Sportkletterprojekte am Fels oder in der Halle – nein, es etablierte sich endlich als eigenständige Sportart und wird, durch eigens zum Bouldern gegründeten Hallen wie den Boulderwelten, für jedermann zugänglich gemacht – egal ob Anfänger, Fortgeschrittener oder Profi.

Weltweit gelten die Boulderwelten damit nicht nur als Vorreiter und/oder zu den größten BOULDER-Hallen, nein, sie sind auch immer wieder Anziehungspunkte für die internationale Boulderelite – v.a. zur Zeit des jährlich-stattfindenden Boulderworldcups im Münchner Olympiastadion.

Also vorbeischauen lohnt sich 😉

Boulderwelt München Ost

Die Boulderwelt München Ost liegt direkt am Münchner Ostbahnhof und brilliert damit bereits mit einer top Lage! Auf über 1.600 qm reiner Boulderfläche buntverstreut finden sich über 600 „Probleme“ – wie man im Kletterslogan so schön sagt.

Dabei ist von Fb 1a bis 8b alles dabei – von super leicht bis super schwer. Damit eignet sich die Boulderwelt nicht nur für gestresste Berufstätige, die nach einem harten Arbeitsalltag ein wenig die verspannten Muskeln lockern und mit Kollegen oder wohl eher Freunden bei einem anschließenden Feierabendbier beisammen hocken möchten, nein, auch für Familienausflüge ist die Boulderwelt super geeignet. Denn dabei kommt jeder auf seine Kosten: die Mütter und Väter genauso wie ihre Söhne und Töchter – damit ist es kein einseitiges, sondern ein vielfältiges Erlebnis für Jederman(n).

Für die Kids wurde eigens ein großer Raum mit Piratenschiff, Rutsche und Bug eingerichtet, bestückt mit den besten, kindergerechten Griffen – ja, ihr seht schon, Piratenschiffe sind bei den Kids wohl beliebt! 😉

Doch das ist noch nicht alles was die Boulderwelt den Kids zu bieten hat. Auch Kindergeburtstage werden dort zu einem ganz besonderen Event: Für Kinder ab 6 Jahren kreieren die Boulderwelttrainer eine kindgerechte Party mit Boulder, Spiel und Spaß – für jedes Kind dem mehr nach Action ist, als nur nach Kuchen, Popcorn und Film.

Außerdem gibt es ein- oder mehrtägige Ferienprogramme, an besonderen Tagen wie bspw. Nikolaus extra Attraktionen für die Kleinen, eine regelmäßige Trainingstruppe „die Boulderkids“ und mit dem Erwerb des kostenlosen Boulderführerscheins ist das Klettern in der großen Halle auch für die Kids gestattet.

Für die Erwachsenen gibt’s ganz verschiedene Bereiche mit vielfältig gestalteten Wänden – so bspw. das „Tussi Eck“ mit leichten Überhängen, senkrechten und geneigten Wänden bzw. Wandabschnitten und Verschneidung, gleich daneben den „Englischen Garten“ oder den „Plattenladen –  natürlich bestückt mit Plattenboulderei à la Fontainebleau, außerdem die von der Decke hängenden „Zähne“, die wie gefrorene Eistropfen zum Erklettern anregen, gleich daneben die 45 Grad überhängende Machowand u.v.m.

Eine tolle Attraktion ist natürlich auch die „Boulderweltkugel“ mit einer kreisrunden Plattform für all jene, die es zum Top schaffen, oder der erkletterbare Bistroblock, der oben angekommen, bestückt ist mit Sofas und Tischen für die Brotzeitpause.

Zudem was mir auch besonders taugt, ist die großzügige „Wettkampfwand“. Ein wenig höher als die anderen Wände, lässt sich‘s dort toll an verschieden schweren Bouldern im Wettkampfstil knobeln und man kann gleichzeitig dem Gedränge in den schmalen Gängen zwischen den anderen Wänden gut entfliehen!

Natürlich soll auch das ergänzende Krafttraining nicht zu kurz kommen. Dafür wurde ein großzügiger Trainingsbereich, gleich neben den Traversen gegenüber des Bistroblocks, eingerichtet. Halb horizontal gespannte Hängeleitern mit verschieden großen Streben, ein Campusboard mit Steckbrett, ein Trainingsboard, sowie eine Symmetriewand und – zu guter Letzt der Knüller – einem MoonBoard! (Eine genormte, 40 Grad überhängende Wand mit eingetragenen Routen von 5+ bis 8b+, je nach Routenwahl leuchten LED Lämpchen unter den zu benutzenden Griffen. Das Tolle, man findet, kreiert und teilt Boulder mit der MoonBoard Community rund um der Welt!)

Nach dem Training gibt’s auch hier ein gemütliches Boulderweltbistro mit alle was das Herz begehrt. Von Pizzen, über Sandwiches, zu Kuchen, Obst, Kaffee, Bier und Softgetränken ist alles dabei! Auch eine kleine Auswahl an Boulderausrüstung wie Bürsten, (Liquid-)Chalk, Chalkbags und Boulderwelttops und -Hoodies etc. findet man dort.

So viel also zum Indoorbereich. Bleibt noch der seit 2011 eröffnete Außenbereich.

Auch hier gibt es eine Wettkampfwand und eine normale Boulderwand – bis auf die Bezeichnung ist der Unterschied nicht groß 😉

Außerdem einen Slacklineparkour mit drei verschieden langen und breiten Slacklines, sowie einen gemütlichen Biergartenbereich für’s leibliche Wohl und Liegestühle zum Relaxen in der Sonne.

Ihr merkt schon, die Boulderwelt hat für jeden viel zu bieten. Doch kommt doch einfach vorbei und seht selbst!

FÄCTS

Boulderwelt München Ost

Friedenstrasse 22a
81671 München

https://www.boulderwelt-muenchen-ost.de/

1600 qm bis zu 4,5 Meter Wandhöhe

Moonboard, Bistro, Kinderparadies, Trainingsbereich, Slacklineparkour, Indoor – und Outdoorbouldern, Kursangebote (Bouldern, Kraft-Ausgleich etc.), Events (BfBs etc.)

Boulderwelt München West

Nachdem der Andrang im Osten einfach zu groß wurde, sollte dem durch die Eröffnung einer weiteren Boulderwelt im Westen Abhilfe geschaffen werden.  Gesagt, getan. Am Wochenende vom 06./07. September 2014 wurden die Pforten der neuen Halle in Neuaubing geöffnet und ein spektakulärer Spaßwettkampf ward veranstaltet – der „Day oft the Boulder“.

Der Andrang war groß. Die Leute strömten in Scharren in die neue Halle – Jung und Alt, Anfänger und Profis, bei freiem Eintritt ließ sich niemand lumpen -, alle erfreuten sich an den besonderen Attraktionen, ob beim Spaßwettkampf mit 100 kreativen Boulderschmankerln und dem kostenlosen Testen von Red Chilli Kletterschuhen, oder am Sonntag beim Tag der offenen Tür mit kostenlosen Boulder(-welt) Einführungen für Groß und Klein, sowie einem felligen „Yaffi“ für die Kids und dem abschließendem Luftballon-Steigen lassen, alle hatten sie Spaß an diesem Wochenende.

Doch was macht sie denn jetzt eigentlich so besonders, diese neue Boulderwelt?

Klar, da sind wie immer erstmal zahlreiche Gemeinsamkeiten mit der Schwesterhalle im Münchner Osten:

Punkt 1: Wieder gibt’s da ein Bistro mit leckeren Snacks, Pizzen, Kuchen, süßen Naschereien, Obst und Kaffee, sowie anderen Flüssigkosten. Doch bereits hier fällt auf, ‚ähnlich aber nicht gleich‘. Als Verbesserung zur alten Halle ist der Bistrobereich im Eingangsbereich durch eine Glasfront vom Boulderbereich abgetrennt. Dadurch kann man die Boulderer zwar beobachten und bekommt ein Fingerkribbeln nach dem anderen, aber man wird trotzdem nicht von Chalk, Schweiß und Gebrüll vom Essen-Genießen abgehalten.

Punkt 2: Klar, der Bouderbereich ist mal wieder überragend … groß mit seinen 1600 qm Boulderfäche. Im Vergleich sind die Boulderblöcke jedoch ein wenig geräumiger und großzügiger angeordnet, sodass kein solches Gedränge wie im Osten entsteht und man nicht immer auf der Hut vor abfallenden oder -springenden Kletterern über sich sein muss. Es gibt wieder eine Wettkampfwand und auch die Wandhöhe ist mit bis zu 4,50 Metern gleich hoch wie im Osten.

Da es sich nach meinem Wissenstand um die selben Routenschrauber handelt, ist die Boulderqualität auch hier top und unterscheidet sich nicht groß.

Punkt 3: Es gibt auch einen Außenbereich. Dieser ist nur mit 450 qm nicht ganz so groß wie bei der Verwandtschaft – und doch groß genug. Ausgestattet mit einer Slackline und Liegestühlen, lässt es sich dort auch mal als Beobachter gut aushalten.

Das Highlight: Das Highlight ist das zweite Stockwerk. Es bietet nicht nur Platz für großzügige Umkleideräume, Sanitäranlagen und das Kinderparadies – diesmal mit Unterwasser Welt, Inka Jungle, Rutsche, Kletternetz und… einem verhältnismäßig wirklich super großen Kinderkletterbereich – 300 qm Boulderfläche stehen hierfür zur Verfügung. Das ist wirklich toll, denn dort sind die Kids einerseits unter sich, jedoch finden hier auch fortgeschrittene Youngstars anspruchsvolle Boulder, extra zugeschnitten auf kleinere Spannweiten – kindergerecht und doch mit Niveau.

Aber nein, das ist nicht das eigentliche Highlight. Das Highlight heißt Trainingsparadies (160 qm).

An dieser Stelle möchte ich mit einer Aufzählung aufwarten um meinen Worten Nachdruck zu verleihen. Es handelt sich um …

  • Traversenwand
  • Definierwand
  • Hangelpark
  • Dehnbereich
  • Campusboard
  • Kraftraum
  • Klimmzugstange
  • Blackrolls
  • Plyo-Boxen
  • Unterstützungsbänder für Klimmzüge
  • Springseile
  • Medizinbälle (3,4,5,6,7 kg)
  • Turnmatten
  • Schlingentrainer
  • Holzringe
  • Fitnessbänder
  • Diverse Kettlebells bis zu 20kg
  • Hantelscheiben bis zu 15 kg
  • Traktorreifen
  • fette Tower
  • Drückbank

So wenn das nicht schon beeindruckend genug ist, möchte ich euch die unzähligen Trainingsmöglichkeiten nun nicht mehr weiter mit trockenen Worten beschreiben, sondern Bilder für sich sprechen lassen!

FÄCTS

Boulderwelt München West

Bertha-Kipfmüller-Str. 19
81249 München

https://www.boulderwelt-muenchen-west.de/

1600 qm bis zu 4,5 Meter Wandhöhe

Bistro, Kinderparadies, Trainingsbereich (160 qm), Kraftraum, Slacklineparkour, Indoor – und Outdoorbouldern, Kursangebote (Bouldern, Yoga etc.), Events (Day oft he Boulder etc.)

P.S. Das tolle an den Boulderwelten sind nicht nur die einzigartigen Bouldermöglichkeiten. Nein, verlockend sind auch die Bouderwelt Jahresmarken. Einmal erworben, stehen einem die Porten aller vier (!) Boulderwelten im deutschen Süden offen – und das kostenlos ohne Draufzahlung!

Uuund… wenn man wissen mag, wie viel aktuell in der Halle los ist, dann genügt bereits ein Blick auf die Website. Dort wurde eine Ampelskala von ‚total gemütlich‘ bis ‚rappelvoll‘ eingerichtet.

Zusammenfassung

Mit den vier hier ausführlich vorgestellten Boulder – und Kletterhallen Münchens, hoffe ich euch einen ersten Einblick in die einzigartige Kletterlandschaft der Landeshauptstadt Bayern geben zu können.

Wie bemerkt haben die DAV Hallen und die Bouderwelten ihre spezifischen Vor- und Nachteile.

Letztendlich hängt es allein von den persönlichen Präferenzen und Vorlieben ab, welche Halle einem mehr taugt. Ob reiner Boulderer, reiner Sportkletterer, facettenreicher Kombikletterer; ob Wettkampfkletterer, Felskletterer, Genusskletterer; ob (deutsches) Alpenvereinsmitglied oder Nichtmitglied usw. Wie immer im Leben ist es natürlich auch eine pragmatische Frage des (Eintritt-)Geldes. Alpenvereinsmitglieder kommen (spätestens mit Jahresmarke) in den DAV Hallen deutlich günstiger weg als in den Boulderwelten. Für reine Boulderer ohne DAV Mitgliedschaft mag die Boulderwelt wiederum rentabler sein.

Mein Tipp: Probierts es einfach aus und findet eure Münchner Lieblingshalle!

Im Folgenden der Vollständigkeitshalber noch weitere Hallen(-adressen) im Umkreis von München:

Sonnenallee 2
85551 Kirchheim/Heimstetten

http://www.high-east.de/

Kletter- und Boulderzentrum

Fritz-Erler-Str. 3
81737 München

http://www.svn-muenchen.de/index.php/startseite-klettern

am Walderlebniszentrum
82031 Grünwald

https://www.kletterwald-muenchen.de/

Tabeau beim Bouldern.

Steckbrief – Tabea

Baujahr: 1998
klettert seit: 7 Jahren, die meiste Zeit davon gebouldert
arbeitet: nur nebenbei
mag: In der Natur sein beim Klettern, Bouldern, Sporteln, Campen …
mag nicht: tristes Rumgammeln zuhause
mag manchmal: auf abenteuerliche Abwege geraten
aufgewachsen: aufm Land im Münchner Süden
kletterte: so UIAA 8 bis 9 – theoretisch wenn die Ausdauer mitspielen täte 😉
boulderte: bis zu Fb 7a, hoffentlich auch mal ne 7b

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